
Wer heute online sein will, braucht passende Tarife für Zuhause und unterwegs. Die Auswahl ist groß und unübersichtlich. Dieser Leitfaden zeigt, welche Technik an deinem Standort sinnvoll ist, welche Rechte du hast und worauf es bei mobilen Angeboten ankommt.
Rechte, Beschwerden, Routerfreiheit
- Recht auf Breitband: In Deutschland besteht ein gesetzlich verankertes Recht auf einen leistungsfähigen Internetzugang. Fehlt dieser, kann die Bundesnetzagentur einen Anbieter zur Bereitstellung verpflichten.
- Mangelnde Geschwindigkeit: Liefert der Anschluss deutlich weniger als zugesichert, kommen Kündigung oder Minderung in Betracht. Maßgeblich ist das offizielle Messverfahren.
- Routerfreiheit seit 2016: Kunden dürfen ihren eigenen Router einsetzen. In der Praxis gibt es Ausnahmen oder Hürden, etwa bei Zugangsparametern oder Spezialfunktionen mancher Netze.
Internet-Tarife für zu Hause: Technik-Check
1) DSL/VDSL über Telefondose (TAE)
Steckt eine klassische TAE-Dose in der Wohnung, ist in der Regel DSL bzw. VDSL möglich. Aktionen und Einstiegsrabatte variieren stark.
2) Kabelinternet über TV-Dose
Ist eine Koax-/TV-Dose vorhanden, kannst du Kabelinternet buchen. Oft hohe Downstreamraten, je nach Segmentlast schwankt der Upload.
3) Glasfaser bis ins Haus (FTTH/B)
Wurde Glasfaser bereits bis ins Gebäude gelegt, erhältst du die zukunftssicherste Variante mit sehr hohen symmetrischen Bandbreiten. Vorsicht bei Haustürvertrieb: Konditionen prüfen, Baukosten klären.
4) Alternativen, wenn kein Festnetz-Breitband verfügbar ist
- LTE/5G-Zuhause-Tarife: Stationäre Mobilfunkprodukte mit größerem Datenkontingent als Handy-Verträge.
- Echte Mobilfunk-Flats: Smartphone-Tarife ohne Drossel eignen sich teils als DSL-Ersatz.
- Satellit (z. B. Starlink): Letzte Option bei schlechter Mobilfunk- und Festnetzabdeckung.
Merke: Breitband ist nicht nur (V)DSL. Auch Kabel, Glasfaser, LTE/5G und Satellit sind Optionen.
Mobiles Internet für unterwegs
Tarifarten und Kosten
- Allnet-Flats enthalten meist ein Datenpaket.
- Discounter sind oft günstiger als Netzbetreiber, teilweise sogar App-only-Tarife.
- Prepaid erlaubt volle Flexibilität ohne Vertragsbindung.
Datenvolumen, Drossel und Datenautomatik
Bei limitierten Paketen greifen nach Verbrauch Drosselungen oder Automatiken mit kostenpflichtigen Daten-Snacks. Das Nachkaufen kann teuer werden. Unbegrenzt-Tarife vermeiden das.
Marktbewegung und Aktionen
- Drillisch-Marken (WinSIM, sim.de, PremiumSIM, simplytel u. a. im 1&1-Mobilfunknetz) ändern Tarife häufig; es gibt regelmäßig Rabatte bei Grundgebühr und Anschluss.
- freenet-Marken (freenet Mobilfunk, klarmobil, freenet Mobile) fahren zeitlich befristete Aktionen, teils unter Crash oder über Händler.
Netzabdeckung und Roaming
- Abdeckung prüfen, bevor du buchst. Das gewählte Netz muss an deinen Alltagorten stabil sein.
- Dank Roam like at Home nutzbar in der EU ohne Aufpreis. Achte auf die Fair-Use-Grenze für Daten im Ausland.
Kombi-Vorteile: Festnetz + Mobilfunk
Telekom, Vodafone, o2 und einige Discounter gewähren Bündelrabatte, wenn Festnetz- und Mobilfunktarif aus einer Hand kommen. Details unterscheiden sich je Anbieter; oft lohnend für Haushalte mit mehreren SIMs.
Praxis-Check: So triffst du die richtige Wahl
- Anschlussdose prüfen: TAE → DSL/VDSL, TV-Dose → Kabel, FTTH → Glasfaser.
- Verfügbarkeit testen: Anbieter-Check für Adresse durchführen.
- Profil vergleichen: Download/Upload, garantierte Mindestwerte, Laufzeit, Preis nach Rabattphase.
- Alternativen bewerten: LTE/5G-Zuhause oder Satellit, falls Festnetz schwach.
- Mobile Nutzung kalkulieren: Datenbedarf realistisch schätzen, Drossel/Automatik vermeiden, Roamingbedarf berücksichtigen.
- Kombi-Rabatte und eigener Router einplanen.
Kurzfazit
- Zuhause: Glasfaser > Kabel > VDSL, sofern verfügbar. Sonst LTE/5G-Zuhause, zuletzt Satellit.
- Unterwegs: Discounter mit gutem Netz und passendem Volumen oder echte Flatrate.
- Rechte nutzen: Routerfreiheit, Messungen, Beschwerdewege kennen.
- Sparhebel: Aktionen, Kombirabatte, Laufzeit nach der Rabattphase beachten.

