DSL-Abschaltung rückt näher: Glasfaser soll bis 2040 flächendeckend kommen

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Der schrittweise Abschied vom DSL-Netz wird konkreter. Politik und Telekommunikationsbranche planen, den Übergang von Kupfer- auf Glasfaserleitungen verbindlich zu terminieren.

Bund und Branche einigen sich auf Glasfaser-Ziele

Bei einem Treffen mit Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) haben sich Vertreter von Telekommunikationsunternehmen, Ländern und Kommunen darauf verständigt, konkrete Ausbauziele für die Glasfaserstrategie in Deutschland festzulegen.
Eine entsprechende Vereinbarung soll im ersten Quartal 2026 stehen, teilte das Bundesdigitalministerium mit.

Wildberger erklärte:

„Wir wollen jetzt noch einmal richtig zulegen, damit Menschen überall – unterwegs, am Arbeitsplatz oder zuhause – schnell und stabil im Netz sind.“

Der Minister betonte, dass der Glasfaserausbau „Chefsache“ bleibe und regelmäßige Abstimmungen mit allen Beteiligten vorgesehen seien.

Unterstützung durch Telekom und Vodafone

Am Treffen nahmen unter anderem Telekom-Deutschlandchef Rodrigo Diehl und Vodafone-Deutschlandchef Marcel de Groot teil.
De Groot begrüßte den gemeinsamen Kurs: Die Branche und das Ministerium zeigten den klaren Willen, DSL-Anschlüsse schrittweise und planbar auf Gigabit-fähige Netze umzustellen.
Gleichzeitig betonte er, dass Kabelanschlüsse von der Abschaltung des Kupfernetzes nicht betroffen seien. Diese bieten bereits hohe Übertragungsraten und bleiben langfristig Teil der Infrastruktur.

Noch viele Haushalte mit DSL-Anschluss

Trotz steigender Ausbauzahlen bleibt DSL weiterhin die meistgenutzte Technologie in Deutschland. Laut einer Studie des Branchenverbands VATM wird DSL bis Ende 2030 dominierend bleiben.

Die aktuelle Lage laut VATM-Marktanalyse:

  • 54 % der Haushalte in Deutschland sind bereits mit Glasfaser erschlossen (das Kabel liegt am Haus).
  • Nur 22 % der Haushalte – etwa zehn Millionen – sind tatsächlich ans Glasfasernetz angeschlossen.
  • Aktive Glasfaseranschlüsse werden bis Ende 2025 rund sechs Millionen betragen.

Glasfaser gilt als zukunftssichere Technologie, um den stetig steigenden Datenbedarf zu decken. Kupferbasierte DSL-Verbindungen (z. B. VDSL) erreichen hingegen nur begrenzte Geschwindigkeiten.

Vollständige DSL-Abschaltung zwischen 2035 und 2040

Nach aktuellen Prognosen des Bundesdigitalministeriums soll das Kupfernetz in Deutschland zwischen 2035 und 2040 vollständig abgeschaltet werden.
Bis dahin sollen alle Regionen über leistungsfähige Gigabit-Anschlüsse verfügen.

Während Netzbetreiber bei ersten Glasfaseraktivierungen bereits Erfolge feiern, bleibt die Herausforderung groß: Wechselbereitschaft und Investitionen müssen gleichermaßen zunehmen, damit der flächendeckende Umstieg gelingt.

Von Kstin

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