
Die eSIM („embedded SIM“) ersetzt zunehmend die klassische, austauschbare SIM-Karte. Statt einer physischen Karte steckt in modernen Geräten ein integrierter Chip, der sich per Software auf verschiedene Mobilfunkanbieter programmieren lässt.
Was ist eine eSIM?
Die eSIM ist fest im Gerät verbaut, etwa 6 × 5 mm groß und nur 1 mm dick. Sie kann nicht herausgenommen, aber digital beschrieben werden. Das bedeutet: Ein Anbieterwechsel erfolgt über Software – ohne Kartenwechsel. So lassen sich Smartphones, Tablets, Smartwatches oder andere vernetzte Geräte einfach aktivieren und koppeln.
Beim Vertragsabschluss oder Kauf einer Prepaid-eSIM erhalten Kunden neben PIN und PUK auch einen QR-Code. Nach dem Scannen mit dem Smartphone werden die benötigten Netzbetreiber-Daten automatisch auf den eSIM-Chip geladen. Viele Geräte ermöglichen zudem die Übertragung dieser Daten per Bluetooth auf weitere Geräte, etwa für Smartwatches oder Fitness-Tracker.
Nach Vertragsende werden die gespeicherten Informationen gelöscht oder überschrieben. Einige Modelle unterstützen mehrere eSIM-Profile, die sich je nach Standort oder Nutzung wechseln lassen – ideal für Vielreisende mit Verträgen aus mehreren Ländern.
Erste Anbieter und Geräte
Zuerst setzten Telekom und Vodafone die eSIM-Technik ein – unter anderem bei der Apple Watch und Samsung Galaxy Watch. Später folgte o2.
Auch Apple iPads und Microsoft Surface-Tablets sind mit eSIM-Funktion ausgestattet. Manche Modelle haben zusätzlich noch einen Slot für eine klassische Nano-SIM.
Ursprünglich wurde die eSIM für M2M-Kommunikation (Machine-to-Machine) entwickelt und kam in Navigationssystemen und E-Book-Readern wie dem Kindle zum Einsatz. Für Privatkunden begann die Nutzung mit der Apple Watch Series 3 und der Samsung Galaxy Watch, bei denen die eSIM als MultiSIM-Erweiterung zum bestehenden Vertrag genutzt werden kann.
Die Apple SIM als Vorläufer
Bereits 2014 brachte Apple die Apple SIM heraus – eine programmierbare Karte, mit der Nutzer direkt auf dem iPad Datentarife lokaler Anbieter auswählen konnten. Sie funktioniert in über 90 Ländern und ließ sich per Funksignal auf verschiedene Provider umstellen.
Nicht jedes iPad-Modell verfügt über eine integrierte Apple SIM. Manche Varianten nutzen weiterhin eine physische Nano-SIM, während neuere iPad-Pro-Modelle bereits ausschließlich eine fest verbaute eSIM enthalten.
Vorteile und Herausforderungen der eSIM
Vorteile für Nutzer:
- Kein Kartenwechsel oder -verlust mehr
- Mehrere Profile gleichzeitig speicherbar
- Kein Stanzen oder Zuschneiden von SIM-Karten nötig
- Schnellere Aktivierung über QR-Code
Vorteile für Hersteller:
- Platzsparende Bauweise ermöglicht kompaktere Geräte
- Verbesserte Wasser- und Staubdichtigkeit, da kein SIM-Slot mehr nötig ist
- Höhere Stabilität gegenüber Temperatur und Erschütterungen
Mögliche Nachteile:
- Aktivierung erfordert Internetverbindung – im Ausland oder Flugzeug kann das problematisch sein
- Noch nicht alle Provider und Discounter unterstützen eSIM flächendeckend
Ausblick: Die Zukunft der SIM-Technologie
Der Übergang von klassischen SIM-Karten zu eSIMs ist bereits im Gange, wird aber noch einige Jahre dauern. Immer mehr Hersteller statten ihre Geräte mit Dual-SIM-Funktion aus – also eSIM + Nano-SIM –, um den Wechsel zu erleichtern. Langfristig dürfte sich die fest verbaute Lösung durchsetzen, da sie sicherer, platzsparender und nachhaltiger ist.

